Petra und die Cupcakes

1 DSC_4186 (2)Manchmal hat man einfach so Tage, da kommt es erstens anders, und zweitens als man denkt. Genau so ging es uns letzte Woche. Was eigentlich als ein schneller Kaffeeplausch in Wien geplant war, entwickelte sich zu unserer Cupcakes Entdeckung des Jahres. Wie es das Schicksal wollte, stolperten wir am Weg zu einem anderen Kaffeehaus an einem Traum in rosa vorbei, am Cupn’Keks, einem zuckersüßen Cupcakes Laden in der Nähe des Stephansplatzes. Die Einrichtung erinnerte uns beide sofort an unsere gemeinsame Zeit in Barcelona. In dieser bunten Stadt gibt es nämlich eine besonders feine Cupcakes-Kultur mit süßen kleinen Läden in zarten Pastellfarben und mit bunten Illustrationen. Damals haben wir keinen Cupcakes Laden ausgelassen und so konnten wir auch an diesem feinen Café nicht vorbei.

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Gleich an der Theke das erste Highlight: Maroni Cupcakes. Habt ihr schon mal Maroni Cupcakes gegessen? Wir jedenfalls nicht und deshalb mussten wir gleich zugreifen. Schon nach dem ersten Biss war klar: über diesen Laden müssen wir schreiben. Deshalb haben wir schnell die nette Verkäuferin gefragt, ob wir ein paar Fotos machen können. Ein Wort ergab das andere und auf einmal waren wir schon mitten im Interview mit Petra, die nicht nur als Verkäuferin hier arbeitet, sondern der der Laden auch gehört – gemeinsam mit Mutter und Schwester. Von Petra erfahren wir, dass sie eigentlich Quereinsteigerinnen sind. Sie ist gelernte Frisörin, ihre Mutter war früher Physiotherapeutin mit einer Leidenschaft für Keramik Bemalen und Schmuck Basteln. Zum Spaß nahm ihre Mutter mit ihrer Schwester am Zuckerbäcker Award 2013 teil. Und prompt landeten sie auf dem ersten Platz – vor Branchengrößen wie Demel. Danach war klar, dass ein eigenes Geschäft eröffnet wird. „Du Spatzl ich mach a Gschäft auf. Was is, stellst di eine?“, so überredete Petras Mama ihre Tochter miteinzusteigen. Seitdem ist sie das Aushängeschild im Geschäft im ersten Wiener Gemeindebezirk.

3 DSC_4196 (2)Petra sagt über sich selbst, sie sei komplett talentbefreit. Die große Schwester und die Mama hätten die nötige Liebe und Geduld zum Detail. Petra selbst könne nicht einmal eine Kugel formen, behauptet sie. Dafür tratscht sie viel lieber. Und ist somit ein geborenes Verkaufstalent. Bei ihr wird die Familiengeschichte richtig lebendig, so quirlig erzählt sie davon (typisch Löwe) und plaudert munter aus dem Nähkästchen. Man will sie in ihrem Redefluss gar nicht unterbrechen, so mitreißend ist es. Die Rezepte von Cup n Keks sind aus den Jahren 1902-1940 und stammen von der Ur-Ur-Ur-Oma von Petra. Und das ist angeblich auch das Geheimnis des Erfolges, denn Oma macht ja bekanntlich die besten Kuchen. Und Opa macht immer den besten Punsch, deshalb gibt’s den im Winter auch zu verkosten.

Was die feinen Cupcakes und Bäckereien außerdem auszeichnet, ist die Frische (hier wird nichts eingefroren). Außerdem wird hier strikt ohne Backpulver gearbeitet, wie es früher eben üblich war. Das macht die Cupcakes fluffig wie eine Wolke. Natürlich kommen auch keine Geschmacksverstärker oder sonstige künstliche Zusatzstoffe in den Teig, versteht sich eh von selbst. Die Toppings werden mit Pudding und Frischkäse gemacht, nicht mit Buttercreme. Deshalb liegen die Cupcakes auch nicht schwer im Magen. Und somit sind sie ja fast schon gesund 🙂 Wir haben uns drei kleine Stück gegönnt aber hätten noch locker weiternaschen können. Auch vegane und glutenfreie Backwerke sind möglich und werden zunehmend von den Kunden gefragt.

Das Sortiment beschränkt sich jedoch nicht auf Cupcakes alleine. Ob Torten, Linzeraugen, Vanillekipferl oder Cakepops – all diese süßen Gaumenfreuden findet man im Cupn’Keks.

Diese werden auch für Veranstaltungen angeboten. Egal ob Hochzeiten, Firmenfeiern oder Geburtstage – Petra und ihre Familie haben schon für so ziemlich jeden Anlass gebacken. Was das skurrilste ist, was sie jemals verkauft hat, wollen wir wissen? Vagina Cupcakes und Schwanztorten, wie wir erfahren. Petra vermutet, dass die Nachfrage besonders den Junggesellenabschieden und Dildoparties geschuldet ist.

Petra kann eindeutig nichts mehr schocken. Seit über 2 Jahren steht sie jetzt hier im Laden. „Auch wenn ich nach Hause komme, die Cupcakes sind überall, ich rieche nach Cupcakes. Egal was ich mache, ich rieche immer nach Süßigkeiten.“ Und trotzdem wird ihr nicht langweilig.

Auf die Frage, ob sie weiterhin Cupcakes verkaufen wird, ist Petra noch ein bisschen unschlüssig. In nächster Zeit auf jeden Fall. Aber irgendwann will sie wieder als Frisörin arbeiten. Ein eigens Studio aufmachen. Im Moment sind ihre Welt jedenfalls noch die Cupcakes. Wir hoffen, dass das noch ein Weilchen so bleibt, und werden in Zukunft sicher öfter vorbeischauen.

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Tipp von uns: Die Cupcakes waren alle ausgezeichnet aber die Schoko-Cupcakes waren echt zum Reinlegen! Mmmmhhhhmmm! ❤

Cupn’Keks, Linzer Str. 414A, 1140 Wien

www.cupnkeks.at

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